Warum Python und Godot — und nicht Unity oder Unreal
Vollzeit-Job, Familie, begrenzte Zeit. Warum ich mich für dieses Setup entschieden habe und was dahinter steckt.
Die ehrliche Ausgangslage
Ich arbeite Vollzeit als Projektmanager, ohne Berührungspunkte mit Entwicklungsthemen. Abends wartet die Familie. Zeit ist das knappste Gut das ich habe, und das wird sich so schnell nicht ändern.
Das klingt nach einer Entschuldigung, ist aber keine. Es ist einfach die Realität mit der ich arbeite. Und diese Realität hat meine Entscheidung für Python und Godot direkt beeinflusst.
Warum Python
Python ist keine glamouröse Wahl. Es ist nicht die Sprache die in Tech-Twitter gerade gehyped wird, und es macht auch keine besonders beeindruckenden Screenshots.
Aber Python ist lesbar. Man kann Code schreiben, eine Woche später zurückkommen und noch verstehen was man da gemacht hat. Die Syntax zwingt einen zu Struktur. Und das Ökosystem ist so groß, dass man für fast jede Frage in fünf Minuten eine Antwort findet.
Für jemanden der grundlegende Konzepte der Programmierung lernen will — Schleifen, Funktionen, Datenstrukturen, Objekte — ist Python meiner Meinung nach schlicht der direkteste Weg.
Warum Godot
Unity war lange die offensichtliche Antwort auf die Frage nach einer Einsteiger-Game-Engine. Dann kam die Lizenzpreisdiskussion von 2023, und viele Indie-Entwickler haben sich neu orientiert.
Ich habe Godot in dieser Zeit zum ersten Mal ernsthafter angeschaut, und es hat mich schnell überzeugt. Die Engine ist nicht überladen. Man kann anfangen ohne vorher drei Tutorials über das Interface selbst durchzuarbeiten. Für kleine Projekte ist sie stark genug, und für ambitioniertere Ideen auch.
Was mich darüber hinaus anspricht ist der Open-Source-Gedanke dahinter. Godot gehört niemandem der morgen die Geschäftsbedingungen ändern kann. Das fühlt sich richtig an.
Der entscheidende Punkt
GDScript, die Skriptsprache von Godot, ist Python sehr ähnlich. Wer Python lernt, findet sich in GDScript schnell zurecht. Das war für mich kein kleines Detail sondern ein echtes Argument: Ich lerne eine Sache und kann sie direkt in zwei Kontexten anwenden.
Mit begrenzter Zeit ist das genau das Setup das ich brauche. Kein paralleles Einarbeiten in zwei komplett verschiedene Syntaxen, kein ständiges Umschalten zwischen verschiedenen Denkweisen. Ein Fundament, zwei Anwendungsfelder.
Unreal Engine ist eine großartige Software. Aber sie ist auf Teams und große Produktionen ausgelegt. Ich bin eine Person mit ein paar Abendstunden pro Woche. Das passt einfach nicht zusammen.