Godot vs. Unity: warum ich mit Godot arbeite
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- Godot 4.7.2 und Unity 6.3 LTS (macOS)
Bei Godot vs. Unity kommt es für mich auf den Fokus an. Für kleine, schnelle 2D-Spiele würde ich immer Godot nehmen, für kleinere 3D-Spiele inzwischen auch. Bei sehr großen 3D-Spielen könnte Unity die bessere Wahl sein. Und wer schon C# kann, probiert am besten einfach beide aus, denn Godot unterstützt C# ebenfalls.
Godot vs. Unity: meine Ausgangslage
Angefangen habe ich mit Unity, genauer mit dem klassischen Tutorial auf Unity Learn. Darin ging es um eine 3D-Szene, in der Assets platziert wurden, und man musste verstehen, wie sie sich verhalten. Das ist drei, vier Jahre her. Danach hatte ich aus privaten Gründen eine längere Pause.
Wieder eingestiegen bin ich mit Godot. Auch da stehe ich noch recht am Anfang, mein erstes eigenes Projekt steht bald an. Für diesen Beitrag habe ich Unity noch einmal auf meinem Mac installiert und mir beide Engines im Oktober 2026 nebeneinander angesehen: Godot 4.7.2 und Unity 6.3 LTS.
Was mich an Unity gebremst hat
Unity fand ich schon damals sehr komplex, obwohl die Oberfläche eigentlich gut aufgebaut ist. Dazu kam C# als Programmiersprache. Ich arbeite auf dem Mac und habe sonst keine Berührung mit C#. Nur fürs Spieleentwickeln wollte ich die Sprache nicht lernen. Und Visual Scripting, also Programmieren mit Bausteinen statt mit Code, kam für mich ebenfalls nicht in Frage.
C# war für mich als Programmieranfänger deutlich schwieriger und weniger intuitiv.
Warum ich bei Godot geblieben bin
An Godot gefällt mir klar der Open-Source-Ansatz. Godot steht unter der MIT-Lizenz und kostet nichts, auch nicht, wenn du später ein Spiel verkaufst. Dazu kommt der sehr leichte Einstieg, sobald man die Grundlagen verstanden hat.
Dazu kommt GDScript. Die Sprache liest sich fast wie Python, und weil ich ohnehin Python lerne, hat mir das den Einstieg zusätzlich leichter gemacht. Wie ähnlich sich beide sind, zeige ich im Beitrag GDScript lernen.
Und dann ist da noch der Ruf. Unity hatte eine Zeit lang bei vielen Entwicklern einen schlechten Stand, wegen Entscheidungen der Firma und dem Umgang mit den Entwicklern. Bekanntestes Beispiel ist die Runtime Fee, die Unity im September 2023 angekündigt hat: eine Gebühr pro Installation eines Spiels. Nach viel Kritik hat Unity sie im September 2024 komplett zurückgenommen (öffnet in neuem Tab).
Was Unity besser kann
Die Oberfläche von Unity ist übersichtlich, man findet sich gut zurecht. Vor allem aber spricht der Asset Store für Unity. Dort findest du wirklich für alles das passende Asset, oft sogar kostenlos.
Bei Godot hat sich da zuletzt viel getan. Seit Mai 2026 gibt es den offiziellen Godot Asset Store (öffnet in neuem Tab), der die alte Asset Library ablöst. Kaufen und verkaufen kann man dort aber noch nicht, und so breit aufgestellt wie bei Unity ist das Angebot nicht.
Ganz klar für Unity sprechen auch die unzähligen Tutorials, gerade für Einsteiger und auch auf Deutsch. Bei Godot ist die Auswahl kleiner, vor allem auf Deutsch.
Download und erster Start im Vergleich
Schon für den Download auf der offiziellen Unity-Downloadseite (öffnet in neuem Tab) brauchte ich eine Anmeldung. Bevor irgendetwas losgeht, hat Unity also erst einmal deine Daten. Danach installierst du den Unity Hub, meldest dich dort noch einmal an und lädst erst dann die eigentliche Engine herunter.

Bei mir waren das für Unity 6.3 LTS knapp 10 GB, und zwar ohne die Module für weitere Plattformen wie Android oder iOS. Allein die Unterstützung für Android bräuchte laut Hub noch einmal 6,73 GB.
Bei Godot gehst du auf die Download-Seite (öffnet in neuem Tab), wählst die Version und lädst die Datei herunter.

Entpackt ist Godot bei mir etwa 350 MB groß. Eine Installation braucht es nicht: Du startest die Datei und bist direkt im Projektmanager. Dort legst du ein Projekt an und kannst loslegen.

In Unity legst du das Projekt im Hub an. Dort wählst du eine Vorlage, zum Beispiel „Universal 2D“ oder „Universal 3D“.

Nach dem Anlegen lädt Unity noch Abhängigkeiten herunter, erst dann startet auch dort die Engine. So sehen beide Editoren mit einem leeren Projekt aus:


Godot und Unity im Überblick
| Godot 4.7.2 | Unity 6.3 LTS | |
|---|---|---|
| Lizenz | Open Source, MIT-Lizenz | kommerziell, von Unity Technologies |
| Kosten | immer kostenlos | Personal kostenlos bis 200.000 US-Dollar Umsatz und Finanzierung im Jahr, danach Pro für 2.310 US-Dollar pro Platz und Jahr |
| Programmiersprachen | GDScript, C# (eigene .NET-Fassung), C++ über GDExtension | C#, dazu Visual Scripting |
| Größe bei mir | etwa 350 MB, ohne Installation | knapp 10 GB ohne weitere Plattform-Module |
| Konto nötig | nein | ja, schon für den Download |
| Assets | Godot Asset Store, seit Mai 2026, bisher nur kostenlose Assets | Unity Asset Store, sehr groß, kostenlos und kostenpflichtig |
| Tutorials | weniger, gerade auf Deutsch | sehr viele, auch auf Deutsch |
Die Preise stehen auf der Unity-Seite zu den Preisen (öffnet in neuem Tab), Stand Oktober 2026. Was Godot sonst noch kann, steht in der Godot-Doku (öffnet in neuem Tab).
Für wen welche Engine passt
Ich glaube, es kommt auf den Fokus an. Für kleine, schnelle 2D-Spiele würde ich immer Godot nehmen, weil es dort schneller und einfacher umzusetzen ist. Für kleinere 3D-Spiele ebenfalls, Godot ist da sehr stark geworden. Für sehr große 3D-Spiele könnte Unity die bessere Wahl sein.
Wenn du schon Erfahrung mit C# hast, probier einfach beide aus. Godot unterstützt C# ebenfalls, dafür gibt es eine eigene .NET-Fassung. Laut Doku zu C# (öffnet in neuem Tab) lassen sich C#-Projekte mit Godot 4 aber noch nicht für das Web exportieren.
Mehr zu Godot findest du auf der Seite Godot auf Deutsch.
Häufige Fragen
Ist Unity kostenlos?
Unity Personal ist kostenlos, solange du höchstens 200.000 US-Dollar Umsatz und Finanzierung im Jahr hast. Darüber brauchst du Unity Pro, das 2.310 US-Dollar pro Platz und Jahr kostet. Godot ist immer kostenlos und steht unter der MIT-Lizenz.
Kann Godot C#?
Ja. Dafür lädst du die .NET-Fassung von Godot herunter und installierst zusätzlich das .NET SDK. C#-Projekte mit Godot 4 lassen sich laut Doku aber noch nicht für das Web exportieren. Mit GDScript geht das.
Ist Unity für 2D zu groß?
Unity kann 2D und bringt dafür eine eigene Vorlage mit. Für kleine, schnelle 2D-Spiele würde ich trotzdem immer Godot nehmen, weil es dort schneller und einfacher geht und der Editor viel kleiner ist.
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